Rechtschreibung in der Grundschule – Wahnsinn mit Methode?


Drei wirksame Rechtschreibtipps, mit denen du dein Kind unterstützen kannst

Viele Eltern sind verunsichert, wenn Ihr Kind mit stolz geschwellter Brust die ersten selbst geschriebenen Wörter und Sätze zeigt: wie z.B. „T SCHMEKD BITA“ (= Tee schmeckt bitter). Kommt das Kind in die erste Klasse, erleben die Eltern allerdings, dass auch in der Grundschule Rechtschreibung scheinbar eine eher untergeordnete Rolle spielt und es in den Texten vor kreativen Buchstabenkombinationen nur so wimmelt, ohne, dass die Fehler angestrichen werden. Was tun als Eltern?

Weshalb du dem Drang „Lehrer zu spielen“ widerstehen solltest

Der Weg zur korrekten Rechtschreibung führt schon lange nicht mehr über typische Schreibdrills und Leselehrgänge. Stattdessen orientieren sich die Kinder beim Schreiben am Sprechen. Sie lernen, die Lautkette in ihre Einzelbausteine zu gliedern (Auto = Au – to) und ordnen den einzelnen Lauten die richtigen Buchstaben und Buchstabenkombinationen zu. Neben dem Erfolgserlebnis „gleich losschreiben zu können“ (und zu dürfen), erschließen sie sich so unser alphabetisches Schriftsystem mit seinen 26 Buchstaben und erfahren, dass sie aus den Lauten jedes beliebige Wort „zusammenbasteln“ können.

Die Befürchtung vieler Eltern, dass sich etwas Falsches einprägt, wenn Fehler im Anfangsunterricht nicht korrigiert werden, ist nachvollziehbar aber unbegründet. Denn es zeigt sich, dass die Kinder die Schreibweise eines Wortes immer wieder neu konstruieren und nicht etwa eine falsche Schreibweise rekonstruieren: Mal schreibt dasselbe Kind Stul, dann wieder Schduhl – oder auch Schtul.

rechtschreibetraining

Richtig schreiben können nach der Grundschule? Trotzdem eine Illusion!

Die Schwierigkeit im Deutschen besteht ja darin, dass „Schreiben nach Gehör“ ebenso wenig möglich ist, wie im Englischen oder Französischen. „Hund“ klingt wie HUNT, und erst über die Anwendung einer Rechtschreibstrategie: „Verlängere das Wort und bilde die Mehrzahl!“ ergibt sich über „Hunde“ die richtige Schreibweise.

Solche Rechtschreibstrategien werden erst nach und nach gelernt und im Laufe der Grundschule mit den wesentlichen Regeln der deutschen Rechtschreibung ergänzt. Doch damit ist das Erlernen der Rechtschreibung nicht abgeschlossen. Wie auch? Der Wortschatz eines Grundschulkindes unterscheidet sich doch wesentlich von dem eines Jugendlichen in der Sekundarstufe. Und auch als Erwachsene werden wir doch ständig mit neuen Begriffen und Wortschöpfungen konfrontiert, deren richtige Schreibweise mehr oder weniger mühsam gelernt werden muss.

Was du mit deinem Kind üben solltest…

Sprich die Mitlaute (alles außer a,e,i,o,u) erstmal „komisch“ aus Wenn dich dein Kind nach der Schreibweise eines Wortes fragt, ist das schon mal ein Zeichen dafür, dass es erkannt hat, dass es so etwas wie einen „Rechtschreibkonsens“ gibt. Achte – gerade bei den ersten Schreibversuchen – oft schon im Kindergarten – darauf, die Mitlaute lautgerecht zu sagen. Ein „t“ wird also ohne den Mitlaut „e“ gesprochen, denn sonst ist für das Kind klar, dass Tee „T“ geschrieben wird, und nicht anders.

Vertraue der Methode!

Bringe der Methode des lautgerechten Schreibens etwas Vertrauen entgegen. Mit Hilfe der Anlauttabelle wird dein Kind die Systematik der einzelnen Buchstaben und Laute kennen lernen und erarbeitet sich selbstständig Schritt für Schritt die ersten selbst geschriebenen zusammen hängende Texte. Und ist dann stolz wie Bolle. Zu Recht!

Gehe konstruktiv mit Fehlern um!

Wenn dein Kind über die Lernphase mit der Anlauttabelle hinaus ist, und du über einen Schreibfehler stolperst, sage doch einfach: Toll geschrieben, ich kann es lesen und verstehen. Ich schreibe das Wort aber etwas anders.
Biete die korrekte Schreibweise an, wenn dein Kind daran interessiert ist. Aber bitte spare dir deinen Vortrag zu den gängigen Rechtschreibregeln. Wenn dich dein Kind fragt, was die Bienen mit den Blumen machen, startest du schließlich auch keine umfassende Aufklärungskampagne, oder? Lass‘ einfach den Lehrer die Arbeit machen, der wird schließlich dafür bezahlt.

Stärke – ganz nebenbei – die Rechtschreibkompetenz deines Kindes

Viele Eltern sind oft wegen der Rechtschreibfehler entsetzt, wenn sie den Deutschaufsatz oder die Englischhausaufgabe ihrer Kinder lesen – und können der Versuchung nicht widerstehen, die Fehler zu korrigieren.
Dabei ist es ganz normal, dass die Rechtschreibung etwas in den Hintergrund rückt, wenn eine kreative Leistung (Aufsatz) verlangt wird, oder der Fokus auf der richtigen Anwendung der Zeiten z.B. im Englischen liegt. Die folgenden drei Tipps kannst du aber nutzen, damit dein Kind seine Fehler selbst korrigieren kann.

Tipp 1: Korrekturlesen von hinten

Lass dein Kind den geschriebenen Text noch einmal Korrektur zu lesen: und zwar Wort für Wort vom Textende bis zum Textanfang. So fehlt der (bekannte) Sinnzusammenhang, das Auge ist gezwungen Wort für Wort zu lesen. Das macht die Konzentration auf die Rechtschreibung einfacher.

Tipp 2: Fehler selbst finden lassen

Sind noch immer Fehler in dem Text? Hilf deinem Sprössling mit einem Punkt an der Zeile, in der der Fehler versteckt ist, auf die Sprünge. Das bietet sich vor allem bei Kindern ab der 5. Klasse an. Für jüngere Kinder darf es noch ein bisschen konkreter sein. Ein Punkt über dem Wort, das falsch ist, ist hier eine gute Hilfe.
Meistens kommen die Kinder dann von selbst darauf, was an dem Wort anders geschrieben werden muss. Ein weiterer Vorteil: Mit der Pünktchen-Methode hebst du dich positiv von den Korrekturzeichen der Lehrer ab. Wenn du nun noch die dein Kind irritierenden Buchstaben oder Buchstabenkombinationen farblich hervorheben und einprägen lässt, vollzieht sich der Schritt vom lautgerechten, hörenden Zugang zum visuellen Abspeichern der Wörter wie von selbst.

Tipp 3: Motivieren mit der Grünstiftkorrektur

Gerade wenn immer die gleichen oder ähnliche Fehler auftreten (z.B. Nomen immer wieder klein geschrieben werden) kann die Grünstiftkorrektur sehr motivierend sein: Der Hinweis „Mach‘ mal an alle richtig geschriebenen Nomen einen grünen Haken!“ lenkt (übrigens auch den eigenen) Blick weg vom Defizit hin zu dem, was schon gut klappt.

Unt wänn es würklich schlümm ist mit der Ortograffih?

Wenn du das Gefühl hast, dass hinter den Rechtschreibfehlern mehr steckt, sprich am besten einmal mit der entsprechenden Lehrkraft. Manchmal wird dann der Gang zum Schulpsychologen empfohlen, der das Kind auf eine mögliche Rechtschreibstörung oder Legasthenie hin testet.

Natürlich kann auch ein gezieltes Rechtschreibcoaching helfen.

Diesen entscheidenen Punkt machen Rechtsschreibprofis anders

Viele Menschen sind – bis ins Erwachsenenalter – unsicher in der Rechtschreibung. Die Ursache liegt oft darin, dass sie versuchen nach Gehör zu schreiben.
In diesem Mini-E

 



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