Wie du mit intelligenten bewegten Pausen einen vollen Lerntag durchhältst 

Auf deinem Schreibtisch türmen sich Ordner, Skripte und Fachbücher. Du weißt genau, was du dir noch alles draufschaffen musst und kennst die Themen, die noch nicht so sitzen. 

Für genau solche vollen Lerntage, in denen du gefühlt gar nicht mehr vom Schreibtisch wegkommst, sind die folgenden Tipps. 

Denn wirklich leistungsfähig bleibst du nur, wenn du auch Pausen machst. Gerade wenn du zu den Motivierten, Zielstrebigen oder perfektionistisch Veranlagten zählst, ist das wichtig. 

Sofortmaßnahmen wenn du dich beim Lernen nicht mehr konzentrieren kannst

Gönne dir und einem Gehirn regelmäßige Pausen, wenn du längere Zeit konzentriert gelernt oder an einem Thema gearbeitet hast! 1- 5 Minuten reichen schon aus! 

  1. Eine  Blitzübung aus der Kinesiologie: Reibe den gesamten äußeren Rand deiner Ohrmuscheln bis zum Ohrläppchen. Diese “zupfenden” Bewegung ist auch unter dem Namen “Denkmütze” bekannt.Probiere es aus. Hilft auch in Klausuren, langweiligen Vorlesungen und Unterricht und bewahrt dich davor, mit dem Kopf auf den Tisch zu knallen.
  2. Sorge für Sauerstoff. Stelle dich ans offene Fenster und atme ein paar Mal tief ein und aus. Lass das Fenster ein paar Minuten lang offen, damit die verbrauchte Luft und der Lernmief raus können.
  3. Trink was! Am besten ungesüßt. Denn deine Bauchspeicheldrüse schüttet bei jeder Zuckerzufuhr Insulin aus und regelt damit deinen Blutzuckerspiegel unter den ursprünglichen Wert. Die Folge ist MEHR Müdigkeit. Ein Teufelskreis. Lass deshalb auch die Finger von Traubenzucker!!

Blitzentspannung für müde Augen

  1. Reibe deine Hände schnell aneinander bis sie warm sind. Lege deine gewölbten Hände über deine Augen und genieße die Wärme, die sie abstrahlen. Wiederhole das Ganze zwei bis drei Mal. Wenn du eine Brille trägst, musst du sie natürlich vorher absetzen. 
  1. Lass deinen Blick mal ganz bewusst in die Ferne schweifen. Das entspannt deine Augen, aber auch deine Nackenmuskulatur. Wenn du zufällig mit Blick nach draußen lernst, findest du vielleicht einen kleinen Fleck “Grün”. Die Farbe Grün entspannt.
  2. Blicke mit geschlossenen Augen nach links, oben, rechts, unten. Verbinde diese vier Punkte zu einem Kreis.
    Mache das Ganze im und gegen den Uhrzeigersinn.

Eine bewegte Pause während des Lernens hebt dein Hirn auf ein neues Level

Eine aktive Pause wirkt sich positiv auf deine kognitive Leistungsfähigkeit aus. Eine koordinative Übung hat sogar einen größeren Effekt als 30 Minuten Ausdauertraining! 

Die Übung sollte dich ein wenig herausfordern. Denn bei komplexen Bewegungen werden nicht nur die für die Motorik zuständigen Hirnareale aktiviert und besser durchblutet, sondern auch Neuronen in den emotionalen, kognitiven und psychosozialen Hirnarealen besser miteinander vernetzt. 

 

Dabei brauchst du keine schweißtreibenden Liegestützen zu machen – es reichen kleine koordinative Übungen. Schau einfach mal die folgende Liste mit Koordinationsübungen durch, du findest sicher etwas! 

  • auf einem Bein stehen – auf die Zehenspitzen stellen – dann die Augen schließen 
  • Jonglieren, Fidget Sticks / Widget Spinner etc. 
  • zwei Tennisbälle gerade nach oben werfen und mit überkreuzten Händen fangen
  • einen Gegenstand hochwerfen und einen Ball im Slalom durch den Raum kicken
  • 5 Minuten ein paar “Körbe werfen”
  • zwei Bälle gleichzeitig oder abwechselnd prellen 
  • Gegenstand hochwerfen – hinter dem Körper fangen / nach einer halben oder ganzen Drehung fangen
  • Ball (oder Federmäppchen) mit dem Fuß jonglieren 
  • Kopfstand, Rad schlagen, rückwärts balancieren
  • klassische Überkreuzbewegungen aus der Kinesiologie 
  • Lerne ein paar Tanzfiguren 

Du bist gar keine Sportskanone? Was du tun kannst um trotzdem bewegte Pausen ins Lernen zu bringen

Walk’n’talk 

Wer sagt, dass Lernen nur innerhalb von Gebäuden stattfinden darf?

  • Wenn du nichts mehr in den Kopf bekommst, geh ein paar Schritte “um den Block”. Das bringt nicht nur dich sondern auch deine Gedanken wieder in Gang. 
  • Wenn du mit einem Lernpartner lernst, vertiefe  ein Thema bei einem zeitlich begrenzten Walk-and-Talk.  
  • Wenn du dich gestresst fühlst, gehe mal 30 Minuten im Wald spazieren. Untersuchen haben gezeigt, dass sich der Herzschlag im Wald verlangsamt und der Atem tiefer und gleichmäßiger geht. 
  • Such’ dir ein paar von den koordinativen Übungen aus – die kannst du ganz ohne Schweißausbrüche in deinen Lerntag einbauen.

Weiterlesen: 

Ratey, J. (2009): Superfaktor Bewegung. Freiburg 

Kubesch, S. u.a. (2009): A 30-Min Physical Education Program Improves Students‘ Executive Attention. In: Mind, Brain, and Education, H. 3(4), S 235–242 

Kubesch, S. (2007): Das bewegte Gehirn. Schorndorf 


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Mutmacherin, lernfex und Coach - ganz ohne Blabla und Räucherstäbchen.


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