Wie du mit ABC-Listen effektiv lernen kannst

Diesen Sommer war ich am Meer. In einem kleinen Hafen habe ich einen Fischer beobachtet.  Er untersuchte mit großer Sorgfalt sein Fischernetz.

Hatte er ein Loch gefunden, nahm er eine spezielle Nadel und flickte mit einer besonderen Knotentechnik jedes Loch.

Warum? Weil ihm ein kaputtes Netz wenig bringt.

So ein Fischernetz hat ziemlich viel mit Lernen und Wissen zu tun.

Denn alles, was du weißt, ist auch wie in einem Netz abgespeichert.

Je besser ein Begriff oder ein Lerninhalt in diesem Netz „festhängt“, desto leichter kann neues Wissen genau daran andocken.

So verbinden sich neue Lerninhalte mit bereits Gelerntem.

Mit ABC-Listen bekommst du einen Überblick darüber, was dir schon alles „ins Netz gegangen ist“.
Gleichzeitig aktivierst du eben dieses Vorwissen.

Weshalb das so wichtig ist, kannst du im Beitrag über effektive Lernmethoden  nachlesen.

Drei Punkte, wie du zeitsparend mit ABC-Listen arbeitest und den maximalen Effekt herausholst

Hier erfährst du 1. wie du eine ABC-Liste ganz einfach selbst erstellst,  2. wie du damit arbeitest und 3. wann du sie am effektivsten einsetzen kannst.

Du brauchst ein Din-A-4 Blatt und einen Stift,
einen Kurzzeitwecker und
ein Thema, um das es gehen soll.

ABC-Liste erstellen und benutzen

  1. Schreibe links auf das Blatt die Buchstaben von A – Z untereinander.
  2. Stelle den Wecker auf 2 oder 3 Minuten.
  3. Beginne mit dem Buchstaben, zu dem dir ein Wort einfällt.Du hast nur 2 Minuten Zeit – also habe Mut zur Lücke, wenn dir nicht gleich ein Begriff in den Sinn kommt.Vielleicht fallen dir zu einem Buchstaben mehrere Begriffe oder  Fakten ein, zu einem anderen nur wenige oder keine. Das ist ok.

Jetzt hast du also eine Liste mit all den Begriffen, die dir zu deinem konkreten Lernstoff eingefallen sind.

Damit hast du schon mal das Vorwissen, das du zu dem Thema hast, aktiviert. Weshalb das so wichtig ist, kannst du hier nachlesen.

Wenn du das Potenzial dieser Methode voll ausschöpfen möchtest, gehe einen Schritt weiter

1. Nimm dir deine ABC-Liste noch einmal vor.

Markiere alle Begriffe, die du zwar nennen konntest, aber nicht wirklich erklären oder definieren kannst.

  1. Schlage diese Begriffe nach. Im Internet, im Schulheft, im Schulbuch.
    Dadurch schließt du aktiv deine Wissenslücken oder „Unsicherheiten“.

Warum es bescheuert ist, bei diesem Schritt zu schummeln, kannst du weiter unten lesen.

  1. JETZT fange mit dem eigentlichen Lernen an.

Die Zeit, die du bisher investiert hast, ist überschaubar und bereits effektive Lernzeit!

Neuer Lernstoff baut immer auch auf dem Vorwissen zum Thema auf.

Hat dein Wissensnetz Lücken, flutschen dir die neuen Lerninfos durchs Netz.

Klar must du etwas Zeit investieren, um dein Wissens-Netz zu flicken.

Aber würdest du als Fischer mit einem löchrigen Netz in See stechen?

Indem du also so viele Unklarheiten beseitigst, machst du es wie der Fischer in dem Hafen.

Gib dir Mühe dabei. Wenn du jetzt gerade keine Zeit hast, setze es auf deine To-Do-Liste.

Drei gute Zeitpunkte für ABC-Listen

1. Als Einstieg ins Lernen

Um Vorwissen zu aktivieren

Um den inneren Schweinehund zu überwinden. So eine ABC-Liste kostet ja nun wirklich nicht viel Zeit, oder?
Und wo du jetzt schon mal angefangen hast, kannst du auch gleich weiter machen 😉

Um Wissenslücken zu entdecken

2. Nach dem Lernen

Um dich selbst noch einmal „abzufragen“

Als Erfolgskontrolle und um dich zu freuen. Denn du wirst sehen, wie viel leichter du nun eine zweite ABC-Liste zum gleichen Thema füllen kannst.

3. Zur Prüfungsvorbereitung

Wenn du gelernt hast und mit einem guten Gefühl in die Klausur oder Schulaufgabe starten möchtest

In welchen Fächern du ABC-Listen einsetzen kannst

Ob in Geschichte („Kolonialismus“), in Physik („Alles zur Wärmelehre“), Deutsch („Was ich bei der Gedichtsinterpretation beachten muss“) oder in Biologie („Fische“) … ABC-Listen werden dir helfen, dein Gehirn anzuknipsen.

Aber auch in den Fremdsprachen, in der Grammatik oder beim Vokabellernen ist die ABC-Methode eine wirksame Wiederholungsmethode.

Erstelle doch mal eine ABC-Liste zu bestimmten Wortfeldern – z.B.  („Holidays“, „A l’école“ …) vor und nach dem Lernen einer Vokabellektion.  Ganz nebenbei wiederholst du so jede Menge alten Wortschatz.

Wozu diese Methode noch gut ist: Selbstreflexion führt zu Lernerfolg

In vielen wissenschaftlichen Untersuchungen zur Lernwirksamkeit (z.B. Hattie) hat sich folgendes gezeigt.

Wenn Lernende – also du! – über ihr Lernen nachdenken, wirkt sich das besonders positiv auf den Lernerfolg aus.

Hier ist mal eine Auswahl möglicher Fragen. 

Du musst sie nicht alle beantworten – such‘ dir die aus, die dich „anspringen“. 

Wobei hat mir diese Methode geholfen?
Was ist mir schwer gefallen, was war einfach?
Wo genau haben sich Lücken gezeigt?
Wenn ich auf diese Lerneinheit zurückschaue – was hat mich überrascht?
Wie war es unter Druck in nur zwei Minuten möglichst viele Begriffe aufschreiben zu müssen?
Gab es Unterschiede zwischen der ersten und der zweiten ABC-Liste?

Effektiv lernen mit ABC-Listen ist also richtig einfach – und kostet nicht allzu viel Zeit.

Erstelle eine ABC-Liste vor dem Lernen um dein Vorwissen zu aktivieren und gut ins Lernen zu starten.

Finde die Löcher in deinem Wissensnetz. Flicke sie gleich, oder markiere sie zumindest…  für später. 

Erstelle nach dem Lernen eine zweite ABC-Liste und überprüfe deinen Lernerfolg. 

Stelle dir ein paar Fragen zum Lernen mit der Methode.

Wenn du die Lerntipps hilfreich fandest, freue ich mich über’s Teilen des Beitrags.

Fertige ABC-Listen kannst du kostenlos hier bestellen.

Lerne lieber außergewöhnlich,

Nick.

 



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